Debian auf dem HP 6715b

Nachdem ich Anfangs Kubuntu auf meinem HP 6715b installiert habe, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich als eingefleischter Debian-Fan wieder auf das Community-Linux umschwenken würde. Kubuntu kam als Übergangslösung auf das Laptop, da Debian zum Zeitpunkt der Installation noch mit einem ATI-Treiber ausgeliefert wurde, der die Grafikkarte nur in 1280×1024 betrieb.

Wie bei der Installation von Kubuntu gilt es auch beim Installieren von Debian einige Hürden zu überwinden. Zur Installation habe ich mir die Netzwerkinstallation von Debian heruntergeladen, auf CD gebrannt und von dort gestartet. Zum Zugriff auf das Netz habe ich ein Netzwerkkabel genutzt. Debian erkennt die interne Netzwerkkarte und gestattet mir darüber Zugriff auf die Debian-Server.

Da ich mein System schmal und sauber halten möchte, wähle ich die minimale Ausprägung für die Erstinstallation. Nach ein paar Minuten sind die Basis-Pakete heruntergeladen und installiert. Ein Neustart bootet direkt in das frische Debian. Installiert wurde etch mit dem Linux Kernel 2.6.18. Der betagte Kernel erkennt nur eine Kern. Weiterhin fehlen in etch benötigte Treiber. Also wechsle ich auf Debian unstable, wie es sich für einen richtigen Entwickler eh gehört ;)

Dafür ersetze ich in der /etc/apt/sources.list etch durch sid und kommentiere die security-Quellen aus, da das Debian-Security-Team keine Patches für Debian unstable bereitstellt.
So vorbereitet kann ich von etch auf sid wechseln

apt-get update
apt-get dist-upgrade

So weit so gut. Nun kommt die erste Konfiguration meines Systems.

Als erstes richte ich WLAN ein. Debian erkennt zwar den eingebauten WLAN-Adapter Broadcom BCM94311MCG korrekt, versucht ihn aber mit dem bcm43xx-Modul zu betreiben. Das Modul unterstützt den Chipsatz jedoch noch nicht. Also muss das System davon abgehalten werden, das Modul automatisch zu laden.

rmmod bcm43xx
echo blacklist bcm43xx >> /etc/modprobe.d/blacklist

Als Ersatz für das Linux-eigene Modul kommt der Windows-Treiber samt ndiswrapper zum Einsatz. Auf der HP-Seite kann der aktuelle Treiber für die WLAN-Karte heruntergeladen werden. Der wird mittels cabextract in einem leeren Verzeichnis ausgepackt.

apt-get install cabextract
mkdir ~/tmp/wlan
cd ~/tmp/wlan
cabextract ~/download/wlan/sp34152.exe

Um den Windows-Treiber unter Linux nutzen zu können benötige ich ndiswrapper. Das Kernel-Modul muss für den aktuell laufenden Kernel übersetzt und installiert werden.

apt-get install ndiswrapper-source
m-a update
m-a prepare
m-a a-i ndiswrapper

Nachdem das Kernel-Modul installiert ist, muss der ndiswrapper noch mit dem Windows-Treiber gefüttert und in das System geladen werden.

ndiswrapper -i ~/tmp/wlan/bcmwl5.inf
modprobe ndiswrapper

Danach steht das neue Interface wlan0 zur Verfügung und kann normal verwendet werden. Damit wlan0 auch nach einem Systemstart wieder zur Verfügung steht, muss das ndiswrapper-Modul beim Systemstart geladen werden.

echo ndiswrapper >> /etc/modules

Ein vernünftiges WLAN wird natürlich mit WPA2 gesichert. Damit mein Debian darauf zugreifen kann, brauche ich noch wpassuplicant.

apt-get install wpasupplicant

Die Konfigurationsdatei für meinen WLAN-Zugang schreibe ich mittels

wpa_passphrase MEINESSID dasziemlichsicherepasswort > /etc/wpa_supplicant.conf

Nun kann ich das Interface wlan0 für dhcp und hotplug einrichten. Dazu kommen folgende Zeilen in die /etc/network/interfaces.

allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet dhcp
        wpa-conf /etc/wpa_supplicant.conf

Das war der erste Streich, doch der zweite folgt zugleich :)

Das nächste größere Problem ist die Grafikkarte. Wieder zu neu um mit den X.org-eigenen Treiber ati zu laufen, muss der proprietäre fglrx herhalten. Als erstes wird das aktuelle X.org samt fglrx Quellen installiert und der fglrx-Treiber für den aktuellen Kernel compiliert und eingebunden.

apt-get install xorg fglrx-kernel-src
m-a update
m-a prepare
m-a a-i fglrx

Auf die manuelle Konfiguration der x.org Datei verzichte ich fürs erste. Statt dessen nutze ich aticonfig, um mir eine passende Konfiguration erstellen zu lassen.

aticonfig --initial

Ein erster Start des X-Servers zeigt, das ich bisher alles richtig gemacht habe. Ein schönes Gefühl ;)

Als Desktop-Umgebung kommt bei mir KDE zum Einsatz. Auch hier möchte ich nicht alles installieren was KDE bietet und baue als erstes auf das Basis-Paket.

apt-get install kdm kdebase

Nach diesen Schritten steht eine Basis-Installation von KDE mit den wichtigsten Programmen samt grafischem Login mittels kdm (KDE Display Manager) zur Verfügung.

Damit ist mein System für den ersten täglichen Einsatz gerüstet. Weitere Installationen und Konfigurationen werden mit Sicherheit folgen.



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